Internetrecht

ErstberatungRechtsberatung

Berlin
Hamburg
München
Köln
Frankfurt am Main
Stuttgart
Düsseldorf
Dortmund
Essen
Bremen
Dresden
Leipzig
Hannover
Nürnberg
Duisburg
Bochum
Wuppertal
Bonn
Bielefeld
Mannheim
Karlsruhe
Münster
Wiesbaden
Augsburg
Aachen
Mönchengladbach
Gelsenkirchen
Braunschweig
Chemnitz
Kiel
Krefeld
Halle (Saale)
Magdeburg
Freiburg im Breisgau
Oberhausen
Lübeck
Erfurt
Rostock
Mainz
Kassel
Hagen
Hamm
Saarbrücken
Mülheim an der Ruhr
Herne
Ludwigshafen am Rhein
Osnabrück
Oldenburg
Leverkusen
Solingen
Potsdam
Neuss
Heidelberg
Paderborn
Darmstadt
Regensburg
Würzburg
Ingolstadt
Heilbronn
Ulm
Wolfsburg
Göttingen
Offenbach am Main
Pforzheim
Recklinghausen
Bottrop
Fürth
Bremerhaven
Reutlingen
Remscheid
Koblenz
Bergisch Gladbach
Erlangen
Moers
Trier
Jena
Siegen
Hildesheim
Salzgitter
Cottbus
Gera
Kaiserslautern
Witten
Gütersloh
Schwerin
Iserlohn
Zwickau
Düren
Esslingen am Neckar
Ratingen
Flensburg
Hanau
Tübingen
Ludwigsburg
Marl
Lünen
Dessau-Roßlau
Konstanz
Velbert
Minden
Worms
Wilhelmshaven
Villingen-Schwenningen
Marburg
Gießen
Neumünster
Dorsten
Rheine
Lüdenscheid
Castrop-Rauxel
Troisdorf
Viersen
Gladbeck
Delmenhorst
Arnsberg
Bocholt
Lüneburg
Detmold
Bayreuth
Norderstedt
Brandenburg an der Havel
Celle
Bamberg
Dinslaken
Aschaffenburg
Lippstadt
Unna
Aalen
Plauen
Weimar
Neubrandenburg
Kerpen
Fulda
Neuwied
Herford
Grevenbroich
Landshut
Dormagen
Herten
Bergheim
Kempten (Allgäu)
Garbsen
Rosenheim
Wesel
Sindelfingen
Frankfurt (Oder)
Rüsselsheim
Schwäbisch Gmünd
Offenburg
Langenfeld (Rheinland)
Friedrichshafen
Hürth
Hameln
Stralsund
Stolberg (Rheinland)
Göppingen
Euskirchen
Görlitz
Hattingen
Eschweiler
Menden (Sauerland)
Sankt Augustin
Hilden
Greifswald
Baden-Baden
Meerbusch
Bad Salzuflen
Pulheim
Neu-Ulm
Wolfenbüttel
Schweinfurt
Ahlen
Nordhorn
Waiblingen
Neustadt an der Weinstraße
Langenhagen
Bad Homburg vor der Höhe
Willich
Emden
Ibbenbüren
Wetzlar
Gummersbach
Lingen (Ems)
Passau
Bergkamen
Erftstadt
Cuxhaven
Frechen
Speyer
Ravensburg
Wittenberg, Lutherstadt
Kleve
Elmshorn
Peine
Soest
Bornheim
Lörrach
Bad Oeynhausen
Schwerte
Heidenheim an der Brenz
Rastatt
Neunkirchen
Rheda-Wiedenbrück
Frankenthal (Pfalz)
Dülmen
Herzogenrath
Gronau (Westf.)
Böblingen
Hof
Stade
Melle
Hennef (Sieg)
Erkrath
Singen (Hohentwiel)
Gotha
Alsdorf
Freising
Bitterfeld-Wolfen
Leonberg
Neustadt am Rübenberge
Albstadt
Bünde
Fellbach
Erkelenz
Straubing
Kamen
Wismar
Filderstadt
Nordhausen
Brühl (Rheinland)
Lahr/Schwarzwald
Homburg
Amberg
Oberursel (Taunus)
Bad Kreuznach Weinheim
Landau in der Pfalz
Rodgau
Lehrte
Bruchsal
Monheim am Rhein
Bietigheim-Bissingen
Eisenach
Halberstadt
Pinneberg
Dachau
Rottenburg am Neckar
Stendal
Seevetal
Kaarst
Weiden in der Oberpfalz
Kaufbeuren
Oranienburg
Nettetal
Gifhorn
Weißenfels
Lemgo
Freiberg
Borken
Coburg
Memmingen
Wunstorf
Goslar
Eberswalde
Königswinter
Heinsberg
Bautzen
Aurich
Falkensee
Dreieich
Pirmasens
Nürtingen
Laatzen
Ansbach
Löhne
Kirchheim unter Teck
Buxtehude
Siegburg
Bensheim
Völklingen
Mettmann
Freital
Schorndorf
Hückelhoven
Neumarkt in der Oberpfalz
Ahaus
Schwabach
Suhl
Buchholz in der Nordheide
Pirna
Ettlingen
Kamp-Lintfort
Hofheim am Taunus
Warendorf
Maintal
Germering
Haltern am See
Hemer
Würselen
Niederkassel
Voerde (Niederrhein)
Hoyerswerda
Leinfelden-Echterdingen
Sankt Ingbert
Schwäbisch Hall
Saarlouis
Beckum
Coesfeld
Bernau bei Berlin
Ostfildern
Greven
Neu-Isenburg
Mühlhausen
Kempen
Langen
Emsdetten
Bernburg (Saale)
Datteln
Wermelskirchen
Merseburg
Backnang
Sinsheim
Lage
Porta Westfalica
Wesseling
Papenburg
Altenburg
Meppen
Kehl
Erding
Wernigerode
Leer
Naumburg (Saale)
Tuttlingen
Uelzen
Winsen (Luhe)
Fürstenfeldbruck
Goch
Mörfelden-Walldorf
Schwedt/Oder
Riesa
Königs Wusterhausen
Balingen
Zweibrücken
Steinfurt
Schönebeck
Radebeul
Barsinghausen
Geldern
Limburg an der Lahn
Stuhr
Dietzenbach
Korschenbroich
Jülich
Crailsheim
Seelze
Viernheim
Cloppenburg
Fürstenwalde/Spree
Biberach an der Riß
Itzehoe
Rheinfelden (Baden)
Wedel
Georgsmarienhütte
Nienburg/Weser
Bad Vilbel
Deggendorf
Werl
Neuruppin
Rheinberg
Zeitz
Gevelsberg
Vechta
Lampertheim
Herrenberg
Kornwestheim
Ahrensburg
Bad Nauheim
Eisenhüttenstadt
Lohmar
Höxter
Kreuztal
Bramsche
Ganderkesee
Meschede
Radolfzell am Bodensee
Ennepetal
Forchheim
Idar-Oberstein
Weyhe
Merzig
Oer-Erkenschwick
Osterholz-Scharmbeck
Achim
Bad Hersfeld
Delbrück
Güstrow
Weil am Rhein
Werne
Burgdorf
Tönisvorst
Sangerhausen
Waltrop
Emmerich am Rhein
Andernach
Bühl
Northeim
Springe
Oelde
Geesthacht
Haan
Wegberg
Aschersleben
Wedemark
Gaggenau
Taunusstein
Friedberg (Bayern)
Rietberg
Vaihingen an der Enz
Sundern (Sauerland)
Schwelm
Staßfurt
Bretten
Kevelaer
Geilenkirchen
Köthen (Anhalt)
Rendsburg
Zittau
Neuburg an der Donau
Landsberg am Lech
Wetter (Ruhr)
Friedberg (Hessen)
Baesweiler
Kelkheim (Taunus)
Schwandorf
Hamminkeln
Baunatal
Winnenden
Neukirchen-Vluyn
Meißen
Bad Zwischenahn
Leichlingen (Rheinland)
Wangen im Allgäu
Königsbrunn
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Rheinbach
Rösrath
Leimen
Henstedt-Ulzburg
Warstein
Mechernich
Lennestadt
Selm
Overath
Mühlheim am Main
Rinteln
Emmendingen
Geislingen an der Steige
Nordenham
Verden (Aller)
Kulmbach
Saalfeld/Saale
Heiligenhaus
Senftenberg
Neckarsulm
Einbeck
Weinstadt
Unterschleißheim
Delitzsch
Brilon
Plettenberg
Griesheim
St. Wendel
Strausberg
Schloß Holte-Stukenbrock
Lauf an der Pegnitz
Garmisch-Partenkirchen
Lohne (Oldenburg)
Wiesloch
Ilmenau
Zirndorf
Rödermark
Hennigsdorf
Reinbek
Lübbecke
Petershagen
Blankenfelde-Mahlow
Hattersheim am Main
Ehingen
Rottweil
Wiehl
Horb am Neckar
Eisleben, Lutherstadt
Olpe
Sprockhövel
Mühlacker
Limbach-Oberfrohna
Rathenow
Schmallenberg
Heppenheim (Bergstraße)
Espelkamp
Bad Honnef
Norden
Olching
Achern
Arnstadt
Verl
Butzbach
Salzkotten
Übach-Palenberg
Lindau (Bodensee)
Attendorn
Friedrichsdorf
Bedburg
Pfungstadt
Ellwangen (Jagst)
Varel
Hann. Münden
Ditzingen
Mosbach
Glauchau
Herdecke
Roth
Hohen Neuendorf
Weiterstadt
Spremberg
Syke
Markkleeberg
Bad Oldesloe
Bingen am Rhein
Meckenheim
Lüdinghausen
Burg
Pfaffenhofen an der Ilm
Ingelheim am Rhein
Netphen
Salzwedel
Obertshausen
Harsewinkel
Schleswig
Ludwigsfelde
Walsrode
Helmstedt
Waldkraiburg
Weingarten
Rudolstadt
Wallenhorst
Dillenburg
Stutensee
Korbach
Wertheim
Freudenstadt
Osterode am Harz
Warburg
Groß-Gerau
Remseck am Neckar
Geretsried
Idstein
Ronnenberg
Calw
Wipperfürth
Zerbst/Anhalt
Starnberg
Sondershausen
Apolda
Herzogenaurach
Werdau
Haren (Ems)
Sehnde
Isernhagen
Waldshut-Tiengen
Alfter
Unterhaching
Öhringen
Jüchen
Werder
Eckernförde
Vreden
Nagold
Teltow
Radevormwald
Bad Mergentheim
Moormerland
Senden (Bayern)
Sonneberg
Stadthagen
Rees
Lengerich
Husum
Lindlar
Vaterstetten
Metzingen
Westerstede
Fröndenberg/Ruhr
Blankenburg (Harz)
Leutkirch im Allgäu
Bad Harzburg
Blieskastel
Annaberg-Buchholz
Soltau
Rotenburg (Wümme)
Überlingen
Greiz
Schwetzingen
Duderstadt
Karben
Wandlitz
Weilheim in Oberbayern
Bad Soden am Taunus
Meiningen
Xanten
Neusäß
Gelnhausen
Büren
Riedstadt
Eppingen
Groß-Umstadt
Wülfrath
Coswig
Edewecht

Urteile

zum Internetrecht

Für Inhalt, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen übernehmen wir keine Gewähr.

Haftung für Äußerung in einem Internetforum

Oberlandgericht Koblenz, Beschluss vom 12.07.2007, Az. 2 U 862/06

Gründe:

Die Berufung ist nicht begründet.

Der Senat hat gemäß § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO mit Hinweisverfügung vom 22.06.2007 (GA 234)  darauf hingewiesen, dass die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und auch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Berufungsgerichts nicht erfordern (§ 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Auch sind die Erfolgsaussichten der Berufung verneint worden. Der Senat nimmt zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Hinweisverfügung vom 22.06. 2007 Bezug.

Die Verfügungsklägerin hat gemäß Schriftsatz vom 10.07.2007 (GA 240) der Zurückweisung der Berufung in Anwendung des § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO widersprochen. Die Ausführungen geben dem Senat zu einer abweichenden Beurteilung keine Veranlassung.

 
Der Senat hat in seiner Hinweisverfügung vom 22.06.2007 ausgeführt:

I.

Die Verfügungsklägerin macht gegenüber den Verfügungsbeklagten, Betreiberin eines Internetforums, Unterlassungsansprüche aufgrund beleidigender und verleumderischer Äußerungen geltend.

Die Verfügungsbeklagten betreiben als Gesellschafter der Firma P.-Multiplayer GbR eine Internetpräsenz unter www.p-multiplayer.de.

In einem Internetforum der Verfügungsbeklagten wurde am 29.06.2005 unter dem Synonym „Icebird" der Beitrag eines Autors veröffentlicht, in dem behauptet wird, die L. Service-Vermittlungs-GmbH (Verfügungsklägerin)  gebe es gar nicht und es seien dubiose Werber und Betrüger im Auftrag der Verfügungsklägerin unterwegs.

Die Verfügungsklägerin hat beantragt, die Verfügungsbeklagte  zu verpflichten, den nachfolgend aufgeführten Beitrag in dem Internetforum der Internetpräsenz www.p...-multiplayer.de unverzüglich zu löschen/löschen zu lassen oder eine entsprechende Sperrung zu veranlassen und  für jeden Fall der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld bzw. ersatzweise Ordnungshaft anzuordnen.

Die Verfügungsbeklagte hat vorgetragen, in dem in das Forum der Gesellschaft am 29.06.2005 eingestellten Beitrag würden entgegen der Auffassung der Verfügungsklägerin keine deren allgemeines Persönlichkeitsrecht verletzende Behauptungen verleumderischen oder beleidigenden Inhaltes aufgestellt. Vielmehr werde dort lediglich ein „Erfahrungsbericht" des unter dem Synonym Icebird auftretenden Nutzers dargestellt, verbunden mit aus der Sicht des dortigen Verfassers geeignet erscheinenden Verhaltensvorschlägen in ähnlicher Situation. Die Überschrift „Achtung Betrüger unterwegs!, „L..... GmbH", der Hinweis „die LRS gibt es gar nicht" und der Satz „die Betrüger vom L...." seien im Kontext des Beitrages zu verstehen und stellten insbesondere unter Berücksichtigung bereits in der Tagespresse erschienener Artikel keine unwahren, verleumderischen oder ehrverletzende Tatsachenbehauptungen dar.

 
Das Landgericht hat den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen. Hiergegen wendet sich die Verfügungsklägerin mit ihrer form- und fristgerecht eingelegten Berufung.


II.

Die Berufung hat keine Aussicht auf Erfolg.

 
Das Landgericht hat zu Recht den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung zurückgewiesen. Der Verfügungsklägerin steht gegenüber der Verfügungsbeklagten kein Unterlassungsanspruch bzw. Beseitigungsanspruch aus §§ 823 Abs. 1, Abs. 2 i.V.m. § 185 StGB,  1004 BGB analog in Verbindung mit § 11 TDG zu. Die Verfügungsklägerin hat weder einen Verfügungsanspruch noch einen Verfügungsgrund glaubhaft gemacht (§ 940 ZPO). 

Zwar kann grundsätzlich gegen den Betreiber eines Internetforums ein Anspruch auf Unterlassung rechtswidriger Inhalte bestehen, weil er als Betreiber des Forums diese Inhalte verbreitet. Der Betreiber eines Forums ist zwar nach nicht verpflichtet, den Kommunikationsvorgang zu überwachen, erhält er aber Kenntnis, so muss er die Sperrung oder Löschung des Vorgangs veranlassen (BGH Urteil vom 27.03.2007 – VI ZR 101/06 -; OLG Düsseldorf, OLGR 2006, 581).

Das Landgericht hat zu Recht angenommen, dass der Beitrag des Autors keine unwahren Tatsachenbehauptungen enthält. Es handelt sich bei dem Beitrag um die Schilderung von Erfahrungen, die der Verfasser des Beitrages über einen Kontakt mit für die Verfügungsklägerin tätigen Werbefirmen gemacht und dort wiedergegeben hat. Zutreffend führt das Landgericht aus, dass die Formulierung, die LRS gebe es nicht, im Gesamtzusammenhang gesehen werden muss. Der Verfasser hat erkennbar nicht zum Ausdruck bringen wollen, dass es die Verfügungsklägerin nicht gibt, sondern er hat vielmehr herausstellen wollen, dass die Verfügungsklägerin mit der Deutschen Rettungsflugwart nicht zusammenarbeitet und etwaige Unterstützung durch diese erhält.   

Bei den Formulierungen  „Achtung Betrüger unterwegs!, L.... GmbH" sowie die „Betrüger vom L......" handelt es sich nicht um Tatsachenbehauptungen, sondern um subjektive Meinungsäußerungen, die Werturteile darstellen. Der Verfasser will erkennbar nicht zum Ausdruck bringen, dass die Verantwortlichen der L.... GmbH bereits strafrechtlich verurteilt worden sind, sondern der Verfasser will Warnungen und Ratschläge für den Fall einer Kontaktaufnahme durch Werber der L.... GmbH erteilen. 

Eine gemäß § 823 Abs. 1 BGB i.V.m. § 1004 Abs. 1 BGB analog, § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 185 StGB zu unterlassende rechtswidrige Persönlichkeitsverletzung stellen Meinungsäußerungen nur dann, wenn die Belange des Betroffenen durch ihren ehrverletzenden Gehalt in einem mit der Ausübung grundgesetzlich garantierter Meinungsfreiheit nicht mehr zu rechtfertigenden Maß tangiert sind (BVerfG NJW 1999, 1322, 1324). Bei der Abwägung ist dabei unter anderem zu berücksichtigen, ob die Äußerung im öffentlichen Meinungskampf aufgestellt worden, in dem eine Vermutung für die Zulässigkeit der freien Rede besteht (BGH NJW 1993, 1845, 1846) und ob sie gegenüber unbeteiligten Dritten aufgestellt worden ist. In der öffentlichen Auseinandersetzung muss auch Kritik hingenommen werden, die in überspitzter und polemischer Form geäußert wird, weil andernfalls die Gefahr einer Lähmung oder Verengung des Meinungsbildungsprozesses droht (BVerfG NJW 1991, 95, 96). Dementsprechend sind Werturteile von dem Recht zur freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG gedeckt, soweit sie nicht zugleich darauf gerichtet sind, die Persönlichkeit herabzusetzen, zu diffamieren oder sie formal beleidigend sind. Insoweit ist eine Interessenabwägung erforderlich. Eine sachliche Kritik ist nicht widerrechtlich, unzulässig ist aber eine „Schmähkritik", d.h. Werturteile, die in jeder sachlichen Grundlage entbehrende böswillige oder gehässige Schmähungen übergehen. Dabei macht selbst eine überzogene oder gar ausfällige Kritik eine Äußerung für sich genommen noch nicht zur Schmähung. Die Zulässigkeitsgrenze wird vielmehr erst dann überschritten, wenn bei der Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung mit der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund steht. Sie muss jenseits auch polemischer und überspitzter Kritik in der persönlichen Herabsetzung bestehen (BVerfGE 82, 272; BVerfG NJW 1995, 3303, 3304; BGH NJW-RR 1995, 301; NJW 2000, 1036, 1038; NJW 2005, 279, 283).   

Bei den Formulierungen  „Achtung Betrüger unterwegs! L.... GmbH" sowie die „Betrüger vom LRS" handelt es sich im Kontext des Gesamtbeitrages noch um subjektive Meinungsäußerungen, die sich im Rahmen zulässiger Ausübung der Meinungsäußerungsfreiheit bewegen. Sie überschreiten noch nicht den Bereich unzulässiger Schmähkritik.

Der wahrscheinlich junge Verfasser, der sich berühmt, das Ego-Shooter-Spiel „Doom 3" zu spielen, stand bei Abfassung des Beitrages wohl noch unter dem Eindruck eines kürzlich erlebten Anwerbegesprächs durch die Werber der L... GmbH („...sowas ist mir noch nie passiert, vorgestern klingelte ein Herr..."). Der Hinweis, dass selbst die Zeugen Jehovas nicht durchkamen, weil er Satan sei und Doom 3 spiele, deutet auf eine emotionale Erregung des Verfassers hin. Dieser wollte mit seinem Beitrag im Internetforum letztlich nur zum Ausdruck bringen, dass die Verfügungsklägerin nicht mit der Deutschen Rettungsflugwart e.V. (DRF) zusammen arbeitet. Er stellt richtig, dass die Verfügungsklägerin mit der DRF nichts zu tun hat. Der Begriff „Betrüger" ist hier nicht im strafrechtlichen Sinne gemeint, sondern der Verfasser des Beitrags fühlt sich betrogen, weil der Werber der Verfügungsklägerin ihm gegenüber falsche Angaben gemacht und falsche Auskünfte gegeben hat. Er warnt davor, dass die Werber der Verfügungsklägerin den Adressaten zu einer Mitgliedschaft bewegen wollen. Die Warnfunktion vor den Methoden der Klägerin bei der Anwerbung ihrer Mitglieder steht deutlich im Vordergrund. Es geht dem Verfasser in erster Linie um die Auseinandersetzung in der Sache und nicht um die persönliche Herabsetzung der Verfügungsklägerin.

Die Verfügungsklägerin hat darüber hinaus auch einen Verfügungsgrund nicht glaubhaft gemacht. Sie hat zwar als Anlage K 09 (GA 90) eine Eidesstattliche Versicherung der Geschäftsführerin der Verfügungsklägerin vorgelegt, diese ist zwar unterschrieben, aber ohne Datum. Aus der Eidesstattlichen Versicherung selbst lässt sich eine Wiederholungsgefahr nicht entnehmen. Die Wiederholungsgefahr lässt sich nicht allein damit begründen, dass die Verfügungsbeklagte auf die Abmahnung nicht reagiert habe. Das Landgericht verweist zudem darauf, dass hier nicht Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes und Wettbewerbs im Vordergrund stehen. Es handelt sich hier vielmehr um einen individuellen Beitrag eines Verfassers in einem Internetforum."

Die Ausführungen der Berufung in dem der Hinweisverfügung widersprechenden Schriftsatz vom 10.07.2007 geben dem Senat zu einer abweichenden Beurteilung keine Veranlassung.

Der Senat hält an seiner Auffassung fest, dass es sich bei den Formulierungen „Achtung Betrüger unterwegs! L... GmbH" sowie die Betrüger vom L..." im Kontext des Gesamtbeitrages um subjektive Meinungsäußerungen handelt, die sich noch im Rahmen zulässiger Ausübung der Meinungsäußerungsfreiheit bewegen. Diese Äußerungen überschreiten noch nicht den Bereich unzulässiger Schmähkritik.

Der Senat hat auch nicht festgestellt, dass es sich bei dem Verfasser des Beitrags um einen jungen Verfasser handelt, sondern dies nur als wahrscheinlich angenommen, da dieser sich berühmt, das Ego-Shooter-Spiel „Doom 3" zu spielen. Selbstverständlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch ältere Personen dieses Computerspiel verwenden.

Der Senat sieht eine Wiederholungsgefahr als nicht gegeben an. Ein Verfügungsgrund ist nicht glaubhaft gemacht.

Entgegen der Auffassung  der Berufung ist die Rechtssache nicht von grundsätzlicher Bedeutung. Die Rechtssache dient auch nicht der Fortbildung des Rechts oder der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch der Bundesgerichtshof haben sich zum Umfang der Meinungsfreiheit und zur Abgrenzung einer noch zulässigen Meinungsäußerungsfreiheit in Abgrenzung zur unzulässigen Schmähkritik geäußert. Es handelt sich hier um eine - unter Berücksichtigung der von der höchstrichterlichen Rechtsprechung aufgestellten Kriterien - tatrichterliche Entscheidung des Einzelfalls.

Die Berufung war aus den dargelegten Gründen zurückzuweisen. 

Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

Der Streitwert für das Berufungsverfahren wird auf 50.000,-- € festgesetzt.

Adelebsen Ahnatal Allendorf Bad Harzburg Lauterberg Sachsa Baunatal Beverungen Bovenden Brakel Calden Clausthal-Zellerfeld Dassel Duderstadt Einbeck Eschwege Friedland Gleichen Göttingen Großalmerode Gudensberg Hann Hann. Hannoversch Münden Hardegsen Heiligenstadt Herzberg Hessisch-Lichtenau Höxter Hofgeismar Holzminden Kalefeld Kassel Katlenburg-Lindau Kaufungen Kreiensen Leinefelde Lohfelden Niestetal Nordhausen Nörten-Hardenberg Northeim Moringen Mühlhausen Osterode Rosdorf Schauenburg Seesen Sondershausen Staufenberg Uslar Vellmar Warburg Wernigerode Witzenhausen Wolfhagen Worbis Zierenberg

sitemap            

just law Rechtsanwälte, Groner-Tor-Straße 8, 37073 Göttingen   info@justlaw.de

www.justlaw.de